Schottland mit dem Wohnmobil | Teil 1

 

Ich, Juli, bin ja schon seit vielen vielen Jahren Schottland-Fan. Genau genommen seit dem Buch Feuer und Stein von Diana Gabaldon, die komplette Reihe habe ich regelrecht verschlungen.

Als Mike und ich uns kennen gelernt haben, besaß Mike bereits ein Wohnmobil und fragte mich, wohin ich reisen möchte. Die Antwort war klar, Schottland! Ich stand dem Urlaub zwar etwas skeptisch gegenüber, weil „Wohnmobil“ für mich immer gleichbedeutend mit „Rentner-Urlaub“ war.

Mike hat mich eines Besseren belehrt, und so waren wir 2014 in unserem ersten gemeinsamen Urlaub in Schottland unterwegs und ich habe mich in das Wohnmobil-Leben verliebt.

Nun ist dies jetzt schon unsere dritte Reise nach Schottland und es wird definitiv nicht die letzte sein!

Am 25.05.18 konnten wir von Forster den nagelneuen T699 EB  abholen, an dieser Stelle vielen Dank an das Forster Team! Nachdem wir letztes Jahr mit dem Forster (T699 VB) in Norwegen  unterwegs waren und viele tolle Bilder mit Wohnmobil geschossen haben, entschied sich Forster, mit uns eine Kooperation einzugehen. Wir sind superglücklich mit unserem fahrbaren neuen Zuhause für die nächsten 4 Wochen. Der T699 EB ist wirklich ein Stauraum-Wunder! Erst war ich sehr skeptisch, da wir sonst hinten 2 Betten übereinander hatten und ein Hubbett. Auf dem unteren Bett hinten haben wir unsere ganzen Anziehsachen gelagert und einige Essensvorräte.

Der neue hat erst einmal hinten ein riesen Kingsize-Bett und einen Backofen, wo ja sonst Stauraum ist. Ich finde den Backofen eigentlich überflüssig, Mike ist aber begeistert 😄

Jedenfalls habe ich mich während des Packens nicht nur einmal gefragt, wie wir das bloß alles unterkriegen sollen. Und Ende des Lieds: Wir haben lange noch nicht alles voll und noch mehrere Fächer zur Verfügung (Ich kann Strandgut sammeln, juhu!). Die riesigen Fächer unter den Betten sind mega genial! Vor allem, weil der Lattenrost von allein offen bleibt, so dass man ganz entspannt an die Sachen kommt. Ganz ehrlich ( und das sage ich nicht wegen unserer Kooperation, denn da handelt es sich nur um Fotos), ich bin echt verliebt in den Forster. Genial ist auch, dass die Zentralverriegelung auch die Tür hinten entsperrt! Superviele nützliche Kleinigkeiten, die zusätzlich aufklappbare Arbeitsfläche der Küche, die drehbaren Sitze und das Ausfahren des Tisches, echt durchdacht!

I´m in love!

Das Team hat uns noch eine zweite Batterie und einen Wechselrichter eingebaut, das ist echt richtig toll. Da wir zu 95 % frei stehen, erleichtert es uns die Reise ungemein!

 

 Erst einmal wird es überwiegend Handyfotos zu sehen geben, aber ich verspreche, nach und nach wird das Tagebuch befüllt!

 

Für die Fotografie-Begeisterten:

Alle "Nicht-Handyfotos" sind aufgenommen mit der Canon 5DMKiii, dem Canon 16-35 mm 2.8 L, dem 50 mm 1.4 Art von Sigma, und dem 70-200 mm 2.8 L von Canon.

 

 

27.05.18 | Tag 1

Wetter: sonnig / Gewitter im Wechsel | KM: 404

 

Ausgaben:

114,40 € Sprit

 

Juhuuu, endlich geht es los! Nachdem ich gestern noch bis 23 Uhr auf einer Hochzeit war, (wer hier schon mal mitgelesen hat, weiß schon, dass ich hauptberuflich Fotografin bin), sind wir heute recht früh aufgestanden um zu packen. Da ich die letzten Tage quasi inklusive Nachtschichten wie verrückt alle Aufträge abgearbeitet habe und Mike mir den Rücken frei gehalten hat - alle Besorgungen, Einkäufe etc. allein gemacht hat - haben wir es nicht geschafft, vorher unsere Sachen zu packen.

 

Geplant war eigentlich um 14 Uhr los zu fahren, so dass wir ganz entspannt zwischen 18 und 19 Uhr in Dünkirchen sind. Das hat natürlich NICHT funktioniert 😄

 

Wir sind beide vom Dachboden bis zum Keller durch das ganze Haus gerannt und haben uns zwischendurch zugerufen, was noch fehlt und was schon drin ist…ganz schön chaotisch!

 

Um 14 Uhr waren wir bei Mikes Eltern noch zum Mittagessen eingeladen und konnten gleich zwei große Tupperdosen abstauben mit den legendären Frikadellen der Schwiegermama, yummi! Da können wir die nächsten Tage noch von essen!

 

Dann gings noch einmal nach Hause (eine Straße weiter, das war also nicht das Problem) und wir packten die letzten Reste ein und duschten noch einmal, inklusive Hund 😉

 

Um 18 Uhr sind wir endlich los gekommen. Knapp 400 km sinds nach Dünkirchen, wo wir mit DFDS Seaways nach Dover übersetzen wollen. Die Fähre haben wir die letzten beiden Male auch genommen, die kurze Überfahrt ist super für Pan, so muss er nur 2 Stunden allein im Wohnmobil bleiben. Wobei er echt super entspannt ist und die ganze Zeit pennt, von klein auf ist er schon immer gern Auto gefahren.

 

 

Wir waren allerdings beide doch recht müde und ich litt unter „Wengover“, wie man das unter Fotografenkreisen nennt, „Wedding-Hangover“ :-P Gestern war ich „nur“ 8 Stunden dabei, aber man ist ja die kompletten 8 Stunden am Stück der „Schatten der Braut“, hochkonzentriert darf man keinen Moment verpassen, oft trau ich mich gar nicht zur Toilette 😄 Naja am nächsten Tag ist man dann platt und so bin ich echt mega froh, dass Mike gefahren ist.

 

Unsere Reise geht über Holland und Belgien nach Frankreich, Mike wollte uuuuunbedingt in Holland zu einem Imbiss, wir sind insgesamt 5 Tankstellen angefahren, aber nirgends hatten die noch auf. Bei einem Stopp in Belgien haben wir dann für 100 € getankt (echt nervig, dass man hier immer vorher den Betrag zahlen muss, und dann erst tanken kann) und für 14,40 € Baguettes gegessen, die nur so semi-lecker waren. Die ersten zwei Stunden gingen fix rum, die nächsten zwei Stunden zogen sich wie Kaugummi – das lag wohl auch mit an der Dunkelheit….

 

 

 

 

Als wir dann völlig erschöpft am DFDS-Center ankamen, haben wir uns etwas gewundert, denn das war gar nicht das Gebäude was wir kannten. Denn in dem anderen Gebäude haben wir oft noch einmal geduscht bevor es weiter ging und auf dem Parkplatz konnte man super über Nacht stehen. An einem Kanal konnte man mit dem Hund gehen, allerdings sah jetzt alles anders aus, von dem Kanal war weit und breit nichts zu sehen – OK, war ja auch echt finster 😄

 

Über Nacht stehen konnten wir hier glücklicherweise auch, wir stellten uns einfach zu den anderen rund 10 Campern.  Frisch geduscht waren wir ja, also noch schnell die Hunderunde über die anliegende Wiese hier am Center, wo wir von kreischenden Möwen begleitet wurden. Mit Möwen verbinde ich sofort Meer & Urlaub,  man hat sogar schon das Meer gerochen, auch wenn man im Dunkeln nichts gesehen hat. Trotzdem wir uns mitten in einem Industriegebiet standen, fing hier der Urlaub für mich an. Im Wohnmobil ist immer Urlaub, das ist so, als könnte ich den ganzen Stress einfach abstreifen, sobald ich durch die Tür gehe.

 

Mein Wunsch ist auch in Erfüllung gegangen: In der Nacht trommelte der Regen aufs Dach, schöööööön!

28.05.18 | Tag 2

Wetter: supersonnig und angenehme 25 Grad | KM: 435

 

Ausgaben:

18,40 Pfund Pommes, Riesenpackung Kinder Bueno, Aufkleber für Scheinwerfer für Linksverkehr

 

Mike hat super geschlafen, ich war einige Male wach in der Nacht. Ständig kamen Autos, man hörte zuschlagende Türen und LKW vorbei fahren. Leider habe ich einen sehr leichten Schlaf, ich wache auch auf, wenn nur der Hund pfurzt, trotz Ohrenstöpsel. Trotzdem habe ich ganz gut geschlafen!

 

Mike ist die Hunderunde gegangen, ich machte das WoMo klar schiff. Frühstück lassen wir ausfallen, wir sind beide noch satt von dem Baguette gestern.

 

Auf geht’s zur Fähre! Wir packten Kamera, Laptops und alles was wir so laden müssen mit ein, aber leider, obwohl wir 90 Minuten früher eingecheckt haben, kamen wir als eine der letzten an Bord, so dass wir keinen Sitzplatz mit Steckdose mehr ergattert haben.

 

 

 

13:30 Uhr       

 

Mike hat mir wieder eine Riesen-Packung Kinder Bueno gekauft, so wie letztes Mal. Da liefen Kinder mit dieser Packung in der Hand an uns vorbei und Mike hatte meinen neidischen Blick bemerkt 😄 Was habe ich für einen aufmerksamen Freund!

Jetzt sitzen wir gerade hier, Schwiegermama-Frikadellen in der Dose dabei, ich trinke einen Kaffee und schreibe Tagebuch, so lange mein Akku das zulässt 😊

 

 

 

Von der Fähre runter ist mir zum Glück noch eingefallen, dass nun Linksverkehr angesagt ist, Mike hatte nicht dran gedacht 😄 Der allereste Kreisverkehr ist immer der schlimmste, danach gehts!

Wir wollten allerdings in Dover erst eine kleine Hunderunde gehen und haben am Sampshire Hore (so hieß es glaube ich) eine Pause eingelegt. Superschöne Wege zum Meer direkt an den weißen Klippen entlang!

 

 

 

Danach gings rund 4 Stunden Richtung Norden.

2015 sind wir leider durch Dartford Crossing gefahren und haben Post nach Hause bekommen. Ich weiß die genauen Zahlen nicht mehr, aber wir sollten etwas um die 600-700 € zahlen. Sollte man das nicht innerhalb von 10 Tagen überwiesen haben, kostet es 1200 €. Wir haben diese Schreiben einfach einen Anwalt gegeben, der sich darum gekümmert hat. Es kamen noch 2-3 Briefe, danach allerdings nichts mehr zum Glück. Nun sind wir den Bogen links um London gefahren und haben aufgepasst, dass wir nicht wieder in eine Mautfalle geraten. Wir haben es bei Dartford Crossing nämlich wirklich nicht gesehen, sonst hätten wir es ja bezahlt. Man kann die Maut entweder online mit Kreditkarte zahlen (innerhalb von 24 Std) oder irgendwo am Kiosk. Leider müssen wir die Schilder übersehen haben. Die Mautstrecken kann man super auf der Seite vom ADAC  nachschauen.

 

 

Auf der Suche nach einem Schlafplatz habe ich einfach geschaut, welches grüne Fleckchen auf der Karte auf unserem Weg liegt, dann Google Maps angeschmissen und via Streetview geschaut, ob man dort wohl parken kann. Und siehe da, 15 Minuten von der Autobahn entfernt ein grünes Paradies in Gnoshall!  Kleiner süßer Parkplatz und toller Wanderweg für den Hund, ein genialer Sonnenuntergang, sooooo toll! Gut, auf die dreihundertfünfzigtausenddrillionen Mücken hätte man gut verzichten können. Einmal gebückt und man hat direkt 2 Stiche am Steißbein, blöde Viecher!

 

Nach der Gassirunde fallen wir müde ins Bett….schauen noch 2 Folgen Vikings und schlafen direkt ein.

 

29.05.18 | Tag 3

Wetter: mal bewölkt, mal sonnig im Wechsel, 20 Grad |     KM: 480

 

Ausgaben:

102 Pfund Sprit

 

Eigentlich möchte ich unseren hübschen Platz gar nicht verlassen, aber wir kommen ja auf dem Rückweg wieder. Ich muss sagen; England ist gar nicht so schlecht! Bisher sind wir einfach nur auf der Autobahn durchgefahren bis nach Schottland, aber jetzt haben wir einiges gesehen, vor allem ganz viel wunderbares Grün!

 

Wir müssen unbedingt mal eine England-Tour machen….Cornwall wollte ich eh schon immer mal sehen, allerdings war das immer ein zu großer Abstecher auf dem Weg nach Schottland. 

 

Irgendwann erkunden wir auch mal England!

 

Nächster Halt: Schottland!

 

 

Auf gehts zum Loch Lomond! Rund 450 km sinds, also relativ entspannt. Dies ist der letzte Tag, an dem wir (bzw. Mike 😉) so viel fahren. Danach wollen wir höchsten 1 -2 Stunden pro Tag machen. Wir erinnern uns beide an einen schönen Rastplatz am Loch Lomond, den versuchen wir wiederzufinden, was eigentlich nicht so schwer sein kann.

 

 

20:00 Uhr

Nach 480 km haben wir den besagten Rastplatz gefunden. Hier sind Wohnwagen verboten, allerdings steht von Wohnmobilen nichts, also fahren wir erst einmal auf den Platz und schauen mal.

 

Hier gibt es einen schönen Kieselstrand mit Bäumen zwischendrin und ein Toilettenhäuschen. Dazwischen darf mal mit dem Zelt campen, wenn man das vorher online bucht. Echt schön!

 

Wir gehen eine große Runde mit Pan und beschließen, die Nacht hier zu bleiben. Mike will morgen schwimmen gehen….ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich weiter als  bis zu den Knöcheln rein komme, mal sehen!

 

Abendessen haben wir am See bei herrlicher Aussicht gesessen und die letzten Sonnenstrahlen genossen.

 

Jetzt sitzen wir gerade im WoMo und ich schreibe hier das Tagebuch. Gleich schauen wir noch eine Folge Vikings und freuen uns auf den morgigen Tag!

 

30.05.18 | Tag 4

Wetter: supersonnig und heiß | KM:  185

Ausgaben:

75 Pfund Sprit, 5 Pfund Autowäsche, 1 Pfund Keks für Mike

66 Pfund für Fährtickets, 10 Pfund für Bier & Nüsse

 

Diese Nacht habe ich schon wesentlich besser geschlafen, nur hier und da mal ein paar Autotüren. Wir sind recht spät aufgestanden – 9 Uhr ungefähr – haben unsere Sachen gepackt und sind nicht direkt zum Kiesstrand am Parkplatz, sondern sind links etwas den Weg langgelaufen und irgendwo abseits an den Strand. Wie zu erwarten war das Wasser ARSCHKALT! Mike ist trotzdem ganz rein, ich habs zumindest bis zu den Knien geschafft.

 

Wie schön es hier ist! Und das Wetter! Bei 25 Grad im Schatten kaum zu glauben, dass wir uns in Schottland befinden!

 

 

 

Nach dem mehr oder weniger ausgiebigen und sehr erfrischendem Bad machen wir das WoMo klar schiff und fahren los Richtung Oban. 2 Stunden entfernt, also kein Stress heute!

Unterwegs kommen wir an der St. Conan´s Kirk vorbei, die haben wir uns zwar 2014 schon mal angeschaut, allerdings ist die so schön, dass wir noch einmal anhalten. Vor allem sind meine „Foto-Skills“ auch wesentlich besser geworden in 4 Jahren 😄

 

 

 

Nach der Kirche kommen wir an einer Esso vorbei und tanken noch einmal, bevor es nach Mull geht. An der Tankstelle kann man doch auch tatsächlich sein Auto waschen, perfekt, denn das WoMo passt da auch rein! Da wir ja Fotos des Forsters machen wollen, muss der ja sauber sein. 5 Pfund kostet die Wäsche. Man kann hier auch sein Wasser auffüllen UND Wäsche waschen, noch besser!
Wäsche müssen wir zwar noch nicht waschen, aber Wasser können wir auf jeden Fall gebrauchen. Nun geht es blitzeblank und voll zum Hafen von Oban. Auf zur Isle of Mull!

 

 

17:00 Uhr

 

Wir haben uns direkt ein Ticktet für Mull und für Skye gekauft für ca. 66 Pfund. Eventuell wollen wir auch noch nach Harris rüber, aber wir wollten erst einmal schauen, wie lang wir auf Mull bleiben.

 

Pan verdreht den Mädels auf der Fähre den Kopf, alle 3 Angestellte stehen um ihn rum, betüdeln ihn und füttern ihn mit Keksen….wie er das wohl immer macht?! 😊

 

Auf der Fähre ist es echt mega mega kalt, ich hatte nur eine Leggins und ein Top an und habe wirklich fürchterlich gefroren…nächstes Mal unbedingt Jacke und lange Hose! 50 Minuten dauert die Überfahrt, erst saßen wir oben an Deck, sind dann aber doch runter gegangen ins Cafe. Da wars aber fast genau so kalt, der einzige warme Ort waren die Toiletten  😄

 

 

 

Nach der Ankunft sind wir erst zum Informationscenter, weil wir eigentlich eine Karte kaufen wollten, allerdings hatten die um 18 Uhr leider schon zu. Wir entschieden uns einfach links rum zu fahren und zu schauen, ob wir einen schönen Platz für die Nacht finden. Auf dem Weg haben wir „kurz“ (der Weg dort hin geht eine schmale Straße entlang, die ca. 10 Minuten dauert), am Duart Castle angehalten. Leider ist die Burg gerade „eingepackt“ mit Gerüsten, wird wohl saniert. 7 Pfund pro Person kostet der Eintritt, die sparen wir uns. Wir sind Fans von alten, verfallenden Burgen, uns interessiert die Inneneinrichtung nicht so. Interessant aber, dass das Castle immer noch bewohnt und in Familienhand ist.

 

 

Mull ist zuerst einmal einfach nur grün. Links und rechts ist so viel Grün, dass man durch die Bäume und Büsche gar nichts sieht….irgendwann wird es allerdings weniger und weniger, Berge tun sich auf und die bekannte karge Landschaft…jaaaa, so ist Schottland.

Wir fahren gut eine Stunde über die Insel, die mir echt immer besser und besser gefällt. Allerdings gibt es hier nicht wirklich viele Stellplätze für die Nacht. Die Straße über die Insel ist eine komplette Single Track Road, aber mit sehr vielen Passing Places, also recht entspannt. Hier und da waren einige Plätze, wo man sich hinstellen könnte, allerdings genau an der Straße und kaum Möglichkeiten, mit Pan vernünftig zu laufen.


 

Wir fahren bis zum Ende der Insel, zu Fionnphort. Dort gibt es einen großen, aber recht teuren Parkplatz, etwas weiter gibt es auch einen kostenlosen. Allerdings ist es hier echt nicht schön, so dass wir wieder umdrehen und an einem wirklich winzigen kleinen Hafen in Bunessan stehen, an dem wir vorhin vorbei gefahren sind. Die Hunderunde müssen wir eben an der Straße gehen, Pan wird es überleben. Dafür stehen wir direkt am Wasser 😊

Mittlerweile ist es 22 Uhr (Ortszeit, zuhause 23 Uhr) und wir gehen die Hunderunde. Erst einmal einen kleinen Tramppfad den Berg hoch, allerdings hört der dann einfach auf und wir drehen um. Ok, dann laufen wir halt eben die Straße entlang. Wenn man die Straße weiter zurück geht, kommt man an einem Restaurant und Hotel vorbei. Das ist unser Ziel!

 

Der Gedanke war, dass wir dort noch etwa Essbares bekommen, aber leider macht die Küche um 22 Uhr zu, wir haben jetzt 22:10 Macht nix, ich warte draußen mit Pan, Mike holt uns 2 Guiness und eine Tüte Erdnüsse. Man ist das Guiness lecker! Nach kurzer Zeit werden wir allerdings von einem Schwarm Midges angegriffen, so dass wir uns doch lieber nach drinnen setzen und den Sonnenuntergang durch die Scheibe genießen.

 

31.05.18 | Tag 5

Wetter: tagsüber bewölkt, abends sonnig, 20 Grad

Augaben:

70 Pfund für Bootsfahrt nach Staffa

 

 

Wir haben ganz gut geschlafen! Es war schön ruhig bis morgens, bis die Autos und LKW an uns vorbei fuhren. Mike geht die Hunderunde, ich mache wieder Ordnung und Frühstück.

 

 

 

Heute werden wir die Staffa-Insel besuchen, juhu! Das Boot fährt von Fionnphort fährt um 10 und um 14 Uhr. Unser Plan ist, um 12 Uhr dort hinzufahren, denn dort am Fährhafen soll es WiFi geben. Wir wollen ja schließlich Fotos zeigen und ich möchte die letzten Tage des Reisetagebuchs veröffentlichen. Leider ist die Verbindung so schlecht, dass es gerade reicht ein Bild bei Facebook hochzuladen, und dann wars das auch schon. Das ist sehr ärgerlich, weil eine Kundin noch auf ihr Logo wartet, was ich ihr von unterwegs ändern und zusenden wollte. Und nun kann ich ihr noch nicht mal Bescheid geben, weil ich nun gar nicht mehr rein komme

 

Das Boot ist superklein, das habe ich gar nicht erwartet. Und supervoll! Wir sind leider fast die Letzten, somit haben wir einen schlechten Sitzplatz, was mich ein bisschen ärgert. Zum Fotografieren quetsche ich mich einfach zwischen die Leute, passt schon 😉

Pan darf mit, 2 andere Hunde sind auch mit an Bord. Ich hatte erst ein wenig Bedenken dass es Ärger gibt, wenn ein anderer Rüde mit dabei ist, aber Pan ist eher mit dem Schaukeln des Boots beschäftigt und ignoriert die anderen Hunde. Er hält sich aber tapfer!

Die Fahrt dauert ca. 45 Minuten, vorbei ein Seerobben und verschiedenen Vögeln…Bei Staffa angekommen, staunt man erst einmal über die beeindruckende Steinformation um die Höhle „Fingal´s Cave“.

 

 

 

Die Insel Staffa gehört zu den Treshnish Isles, einer Inselgruppe, die sich westlich von Mull erstreckt. Staffa ist aber ganz besonders durch ihre ungewöhnliche geologische Struktur. Überwiegend sechseckige Basaltsäulen, die mal gerade, mal mit einem Schwung oder gar leicht verwoben nach oben wachsen. Diese Säulen sind durch Lava entstanden, die ungleichmäßig abgekühlt sind. Staffas höchster Punkt liegt auf 42 Meter.

 

 

Man hat rund eine Stunde Zeit auf der Insel, was aber viel zu wenig ist, wenn man auch Fotos machen möchte. Man kann einmal links rum und die Höhle erkunden, oder rechts rum, sich die berühmten Puffins anzuschauen. Wir sind erst rechts rum, haben dann aber recht viel Zeit mit Fotografieren „vertrödelt“ (ich wollte Mike unbedingt an den Klippen fotografieren, dafür mussten wir aber warten, bis alle Leute weg sind), dann wollten wir eine Abkürzung nehmen. Die hat uns aber durch ein kleines Sumpfgebiet geführt, was dann etwas länger gedauert hat. Dann kamen wir wieder zu einer wunderschönen Klippe, da habe ich dann recht lange für einige Langzeitbelichtungen gebraucht. Mike hat noch von einer alten Dame die mit uns im Boot saß, das Handy mitgenommen, weil sie sich die Wanderung nicht zugetraut hat. So konnten wir wenigstens für sie Fotos machen. Als wir bemerkt haben wie spät es ist, sind wir wieder zurück gehechtet zur Höhle, weil wir uns die auch unbedingt anschauen wollten.

 

 

 

Diese Höhle erreicht man, indem man über die Steine entlang klettert. Ein geschwungenes Dach, getragen von Säulen, unten das tosende Wasser, beeindruckend! Weit in die Höhle rein geht es nicht, und es kann auch nur einer nach dem anderen gehen.

 

Aufgrund der wenigen Zeit (Der Skipper sagte: „Wenn ihr zu spät seid, sehen wir uns morgen wieder“) haben wir leider leider die Puffins nicht gesehen Die anderen Leute haben uns hinterher Fotos gezeigt, dass die Vögel sogar bis auf Armlänge ran kamen.

Naja, nächstes Mal! 😉

 

Jedenfalls ist die Insel eine Reise wert. Ich hatte erst gezögert, denn 70 Pfund ist nicht wenig – aber hey, wann ist man mal auf Mull und kann sich das ansehen! Es wird auf jeden Fall einen eigenen Artikel zu Staffa geben, den ich dann hier verlinken werde.